Februar 23, 2018 Archiv

Aufruf zur Demonstration am Frauen*kampftag 2017 im linksradikalen Block
Call for this year’s international women’s* struggle day demonstration (English and Italian below)

Am 8. März wird seit über 100 Jahren der Internationale Frauen*tag begangen. Solange Sexismus und patriarchale Verhältnisse existieren, bleibt dieser Tag wichtig für das Zusammenführen unserer feministischen Kämpfe und deren Sichtbarmachung. Angesichts des Erstarkens reaktionärer antifeministischer Kräfte wie der AfD, des Front National, Donald Trumps, der aktuellen Abtreibungsdebatte in Polen oder der Legalisierung von häuslicher Gewalt in Russland ist es wichtig, sich dem mit einem kämpferischen Ausdruck entgegen zu stellen. Dabei können wir nur ein Ziel haben: die Abschaffung der Geschlechterverhältnisse und des Patriarchats!

Was wollt ihr denn noch?
Der Kampf um die Gleichberechtigung zwischen „Mann“ und „Frau“ scheint für die Mehrheitsgesellschaft weitestgehend abgeschlossen zu sein. Darunter verstehen viele aber primär eine juristische Gleichstellung: Frauen* haben die gleichen Rechte, dürfen arbeiten, können eine Familie gründen und theoretisch trotzdem einer Karriere nachgehen. Es stimmt, dass sich die rechtliche und berufliche Situation von Frauen* in der BRD in den letzten Jahrzehnten aufgrund von feministischen Kämpfen deutlich verbessert hat. Doch der bürgerliche Schein trügt. Frauen* verdienen durchschnittlich für dieselbe Arbeit immer noch weniger als Männer – im Schnitt rund 21%. Sie sind häufiger von Armut betroffen, besonders im Alter oder als Alleinerziehende, und verrichten den Großteil der Sorge- und Heimarbeit ohne Entlohnung. Noch tiefgreifender äußert sich das ideologisch verinnerlichte Frauen*bild in der heteronormativen Kleinfamilie. Frauen* wird auch heute noch viel mehr Verantwortung für das Funktionieren sozialer Beziehungen unterstellt. Der Haushalt wird geschmissen, das Kind gestillt, dem Ehemann wird zugehört und emotionale Unterstützung geleistet. Auch sich als emanzipativ verstehende Partnerschaften bleiben häufig von der ungleichen Aufteilung der Reproduktionsarbeit nicht verschont. Entspricht eine Frau* diesem vorgeschriebenen Rollenbild nicht, ist die Gesellschaft schnell dabei, sie zu verurteilen. Die Gewalttätigkeit der heteronormativen Ordnung erfahren vor allem jene, die aus ihr herausfallen. Tagtäglich erfahren Trans*Personen Gewalt und werden vom Gesetz pathologisiert und diskriminiert, wenn sie nicht den Anforderungen einer zweigeschlechtlichen Norm entsprechen. Menschen, deren Körper bei der Geburt nicht der binären Vorstellung von Mann und Frau entsprechen, werden operativ angepasst. Die Idealisierung der heterosexuellen, ihrer Pflicht als Mutter entsprechenden Frau kommt nicht ohne frauen*-, homo-, trans*- und interfeindliche Hetze aus.

making feminism a threat to capitalism
Das Geschlechterverhältnis zu kritisieren bedeutet, das Patriarchat anzugreifen. Der derzeitige Kapitalismus funktioniert nur auf Grundlage des Patriarchats. Die unbezahlte Arbeit, die Frauen* in die Familie investieren, dient der kapitalistischen Gesellschaftsform als notwendiger Treibstoff – ohne sie könnte die derzeitige Gesellschaft nicht funktionieren. Frauen* reproduzieren neue Arbeiter*innen, pflegen sie ein Leben lang und halten so das Getriebe in Schuss. Wenn sie zusätzlich lohnarbeiten, um sich vom Familienernährer zu emanzipieren, erschließt sich ein ganz neues Potential für das, für die Aufrechterhaltung des Kapitalismus so dringend benötigte, ökonomische Wachstum. Diese Logik des Kapitals haben auch die Initiatorinnen des W(omen)-20 Gipfels1, welcher vom 25. – 26. April 2017 in Berlin stattfinden wird, verinnerlicht: Gleichberechtigung heißt für sie, die „weiblichen Humanressourcen“ und Potentiale nutzbar zu machen.         So empfiehlt die W-20-Dialoggruppe im Vorfeld des Gipfels: „Vielfalt und gleichberechtigte Teilhabe sind von essenzieller Bedeutung für das starke, nachhaltige und zukunftsfähige Wachstum einer stabilen Wirtschaft und Gesellschaft, während homogene Systeme Risiken und Unsicherheiten bergen. Die wirtschaftliche Stärkung von Frauen ist daher […] essenziell für wirtschaftliches Wachstum, eine stabile Wirtschaft sowie soziale Entwicklung.“  Gleichstellung wird zur Voraussetzung einer modernen kapitalistischen Gesellschaft, in der kein Potential ungenutzt bleiben soll. Frauen* sollen sowohl dem Betrieb als auch dem Standort Deutschland Vorteile verschaffen, indem sie helfen, Ineffizienzen zu überwinden. Hierbei werden gleich zwei Forderungen aus dem feministischen Diskurs verdreht: gleiche Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt bzw. an Führungspositionen wird gerechtfertigt durch ein Ergänzen der doch vielfältig vorhandenen Fähigkeiten. So wird auch Diversität vom Kapitalismus vereinnahmt: etwa bei der Rede von weiblich konnotierten soft skills, die davon ausgeht, dass Frauen* von Natur aus anders seien und diese Andersartigkeit zu einer Steigerung der Produktivität im Unternehmen führe.

Gleichberechtigung für wen?
Frauen* finden sich als Werktätige meist in einer Doppelbelastung wieder: Die Frauen*, die Karriere und Familie unter einen Hut bringen wollen, und das wird von der modernen, emanzipierten Super-Frau auch zunehmend erwartet, müssen die Reproduktionsarbeit anders organisieren. Die billige Arbeitskraft gibt es heute per App. Es ist immer weiter verbreitet, dass eine Nanny auf die Kinder aufpasst, die eingewandert ist und in den meisten Fällen ohne soziale Absicherung arbeiten muss. Das Haus wird von einer Frau* geputzt, die mit ihrem Lohn ihre Familie im Ausland unterstützt. Neben der starken Stigmatisierung der Sorgearbeiterin im Heimatland und dem Vorwurf, ihre familiären Verpflichtungen zu vernachlässigen, hat diese Form von Migration zur Folge, dass in der Herkunftsfamilie eine Versorgungslücke entsteht. Da die Frauen*, die im Care-Bereich tätig sind, aufgrund ihres Einkommens meist nicht in der Lage sind, wiederum die Reproduktionsarbeit wie die privilegierte Frau* einzukaufen, wird diese Lücke meist durch  verbliebene Familienmitglieder gefüllt. Die Aufgaben der Reproduktion und Produktion werden weltweit unter Frauen* neu verteilt, eine grundlegende Neuaufteilung zwischen den Geschlechtern findet jedoch nicht statt.

Brennende Vorstandszimmer statt Elitenfeminismus
Die Gleichstellung, die der W20-Gipfel gegenüber den G20-Staaten einfordert, wird massiv auf dem Rücken von prekarisierten Frauen* ausgetragen und verkommt so zu einer Farce. Solange nicht darüber nachgedacht wird, wie die Reproduktion der Gesellschaft jenseits von Frauen*ausbeutung und Kleinfamilie gestaltet werden kann, wird die von den W20- Akteurinnen postulierte Gleichstellung nur diejenige in Anspruch nehmen können, die es sich leisten kann.  Alle anderen werden darauf zurückgeworfen, die Doppelbelastung als Frau* stillschweigend zu schlucken oder sich im Idealfall gegen diese und andere Zumutungen des Alltags kollektiv zu organisieren. Für uns als radikale Feminist*innen kann diese Gleichstellung weder eine Zwischenstation noch die Endstation feministischer Kämpfe sein. Die Idee, allein die Teilhabe an der Erwerbsarbeit reiche aus, um sich vollkommen zu emanzipieren, basiert auf einer idealisierten Vorstellung von Lohnarbeit, die den kritischen Blick auf die kapitalistische Ausbeutung ideologisch verstellt. Die bloße Integration von Frauen* in kapitalistische Verhältnisse hat kein echtes emanzipatorisches Potential. Auch alternative Lebensentwürfe und Familienformen passen oftmals gut zu der am heutigen Arbeitsmarkt allseits geforderten Flexibilität und Kreativität.  Wird dieser Umstand übersehen, bleiben feministische Forderungen allzu leicht auf der kulturellen Anerkennungsebene stehen, wo sie häufig für die Neuordnung der kapitalistischen Verwertung vereinnahmt und nutzbar gemacht werden. Gerade deshalb bedarf es einer radikalen Kritik an allen herrschaftlich strukturierten Verhältnissen.

Wir bleiben dabei: Keine Emanzipation ohne die der Gesellschaft! Unser Feminismus bleibt antikapitalistisch und antirassistisch!

Kommt zahlreich in den linksradikalen Block zur Demonstration am Frauen*kampftag 2017!

* Wir haben die Begriffe „Frau“ und „Mann“ mit Sternchen* markiert. Wie auch der Gender Gap soll das Sternchen zugleich darauf hinweisen, dass es unterschiedliche Identitätskonzepte von Weiblichkeit und Männlichkeit, sowie Menschen gibt, die sich nicht in der Zweigeschlechtlichkeit wiederfinden. Zugleich ist Zweigeschlechtlichkeit als soziales Verhältnis wirkmächtig und muss benannt werden. Die Begriffe „Frau“ und „Mann“ bezeichnen nichts Natürliches, sondern sind Positionen in diesem Verhältnis.

[1] Der Women20-Gipfel wird im Vorfeld des G20-Treffens gemeinsam vom „Verband deutscher Unternehmerinnen“ und dem „Deutschen Frauenrat“ organisiert und soll dafür Sorge tragen, dass die Perspektive der unternehmerischen Frau auch auf dem großen Treffen zur Kenntnis genommen wird. Angela Merkel wird in ihrer Rolle als G20-Präsidentin die von den W20 erarbeiteten Forderungen in einem Abschluss-Kommuniqué entgegennehmen und auf den G20 tragen.

 


Call for this year’s international women’s* struggle day demonstration.

Join us in the block of the radical left.

For more than hundred years, the international women’s* struggle day is celebrated at the 8th of March. As long as sexism and patriarchy exist, this day remains important for bringing together all of our feminist struggles, making them visible. In the current light of reactionary anti-feminists forces becoming stronger, such as AFD, the Front National, Donald Trump, the current anti-abortion debate in Poland or the legalization of domestic violence in Russia, it is crucial to actively oppose these forces. In doing so, there’s one goal only: The abolition of gender relations and the patriarchy.

What more do you want?
For the majority of society, the struggle for equality between man* and women* seem to be over and done with. Their understanding of equality is often limited to legal equality: women* have the same rights, are allowed to work, can start a family and pursuit a career.
It is true that the legal and the occupational situation of women* in Germany, due to feminist struggles, have noticeably improved during the past decades. But the bourgeois appearance is deceptive. Women* are still earning less for the same work than men – on average 21% less. They are more often affected by poverty, especially when retired and/or as a single parent. Furthermore, they still undertake the large part of the domestic and care work without any payment. Even more profound is the ideologically internalized image of the woman* in a hetero-normative nuclear family. It is still assumed that women* are mostly responsible for maintaining social relationships: the housework is taken care of, the children are nursed, the husband is listened to and emotional support is provided for. Even couples with an emancipatory self-perception often show the old unequal distribution of reproduction work. When a women* refuses to comply with this prescribed role model, then she* is commonly judged and devalued by society. The violence of the hetero-normative order especially affects those, who do not fit into it. On a daily basis, non-binary and trans* people experience violence and are pathologized and discriminated by the law, if they do not comply with the binary gender norm. People, whose body at birth does not fit into the binary concept of man and women, have to undergo surgery in which their bodies are aligned to the norm. The idealization of the heterosexual woman, who fulfills her duties as a caring mother, relies on misogynist, anti-homo, anti-trans and anti-inter incitement.

Making feminism a threat to capitalism
Criticizing gender relations means to attack patriarchy. Capitalism in its current form only functions on the basis of patriarchy. Women’s* unpaid labor within the family context serves the capitalist formation as a necessary fuel – without this labor the current society couldn’t function. Women* reproduce new workers, care for them for their entire lifes and thereby keep the engine going. If they additionally have a paid job, to emancipate themselves from the male breadwinner, a new potential economic growth, necessary for the preservation of capitalism, opens up.
This logic of the capital was also internalized by the organizers of the W(omen)-201 summit, which is going to take place from April 25-26 in Berlin. For them, equality means to harness “female human capital” and potentials. By the same token, the W-20 dialog group in the run-up of the summit recommend:

“Diversity and full participation are essential for fostering the resilient, sustainable and viable growth of stable economies and societies, whereas homogeneous systems bear risks and uncertainties.  Women’s economic empowerment is thus fundamental for a prosperous world and essential for economic growth, stable economies and social development.”

Gender equality becomes a precondition for todays capitalist societies, in which no potential is allowed to go to waste. Women* should should benefit their companies as well as the German economy by helping to overcome inefficiencies. Thereby, two demands from the feminist discourse become distorted: equal participation in the job market or in leading positions is justified by the fact that already existing diverse skills can be harnessed. This way diversity is usurped by capitalism: for instance when female connotated soft skills are put forward, it is assumed that women* are naturally different and that this natural difference can be used to increase a company’s productivity.

Equality for whom?
As workers, women* face a double burden:
Those women*, trying to combine career and family, an idea increasingly expected of modern and emancipated super-women*, have to reorganize their reproduction work. Nowadays, cheap labor can be ordered via apps. It’s more and more common that a sitter, who migrated and is working without any social security, takes care of the children. The household is cleaned by a woman*, who has to send money home to support her* family living abroad. Besides the stigmatization of care work in her* country of origin as well as the accusation of neglecting her own family duties, this kind of migration results in a supply gap in the countries of origin. Due to their low wages, those women* who work in the care sector are themselves not able to pay somebody else to do their reproduction work as the privileged woman do, so that other most often female family members have to fill the gap. Thereby, a reorganization of reproduction and production worldwide is taking place among women*, but lacking a fundamental reorganization of the same between man* and woman*.

Burning boardrooms instead of elite-feminism
The gender equality that the W20 summit demands from the G20 states comes at the expenses of precarized women* and is hence a farce. As long as it is not reflected on how the reproduction of society can be organized without the exploitation of women* in and outside of the nuclear family, the gender equality put forward by the W20 participants is only for those, who can afford it. All the others can only tacitly swallow the double burden or, in the ideal case, collectively organize against it and other everyday life impositions. For us as radical feminists, gender equality is neither a stopping-point nor the goal of feminist struggles. The idea, that participation in the job market alone is sufficient for full emancipation, is based on an idealized conception of wage labor that ideologically inhibits a critical perspective on capitalist exploitation. The mere integration of women into the capitalist state of affairs has no real emancipatory potential. Even alternative lifestyles and family forms often fit into requirements like flexibility and creativity of todays job market.
If this is not seen, then feminist demands remain too easily on the level of recognition and are then to taken over and made useful according to capitalist valorisation. There is a necessity for a more radical critique of all human-relations structured by oppression.

We retain: No emancipation without the emancipation of society. Our Feminism stays anticapitalist and antiracist.

Make Feminism a Threat – together in the left-wing, radical, queer and feminist block at the March 8th Women’s struggle Demonstration in Berlin, 5pm Hermannplatz

We have added a small Asterisk for the terms ‘Man’ and ‘Woman’. These are supposed to stress that there are different concepts for identity concerning Femininity and Masculinity as well as people who do not follow or reject society’s binary gender system. At the same time, this binary system is still prevalently structuring our society’s relations and must therefore be adressed. The terms ‘Woman’ and ‘Man’ do not correspond to anything natural but assign positions in this relation.

1The Woman20 summit is organized by the “Verband deutscher Unternehmerinnen” and the “Deutsche Frauenrat” in the run-up of the G20 summit. Its aim is to propagate the perspective of entrepreneurial woman at the big summit. In her role as this years G20 president, Angela Merkel will receive a communique with demands established at the W20 and present it at the G20 meeting.


Call per lo spezzone radicale alla manifestazione per la giornata di lotta internazionale delle donne* 2017

Da più di 100 anni ogni 8 marzo ricorre la giornata internazionale delle donne*. Finché esisterano sessismo e patriarcato, questo giorno rimarrà importante per ricomporre le lotte femministe e renderle visibili. E‘ importante opporsi combattivamente al rafforzarsi di forze reazionarie e antifemministe come l’AfD, il Front National, Donald Trump, il dibattito attuale sull’aborto in Polonia o la legalizzazione di violenza domestica in Russia. Il nostro scopo è uno solo: distruggere i rapporti di genere e del patriarcato!

 

Cos’è che volete ancora?

La lotta per la parità tra “uomo” e “donna” sembra essersi ormai risolta da tempo, per la società mainstream. Quello che molti intendono, però, è un’accezione primariamente giuridica della parità: le donne* hanno gli stessi diritti, possono lavorare, possono fondare una famiglia e teoricamente anche fare carriera. E‘ vero che negli ultimi decenni la situazione giuridica e lavorativa delle donne* nella Repubblica Federale Tedesca è migliorata notevolmente, grazie alle lotte femministe. Però l’apparenza – di stampo borghese –  inganna. Le donne* continuano a guadagnare in media, per lo stesso lavoro, meno degli uomini – in media il 21% in meno. La percentuale di donne* che vivono sotto la soglia della povertà è più alta di quella degli uomoni, soprattutto in età avanzata o come madri single. Le donne* continuano inoltre a svolgere la maggior parte delle mansioni di cura e domestiche non retribuite. Ancora più capillare è l’ideologia basata sull’immagine della donna nella famiglia ristretta eteronormativa. Alle donne* continua ad essere attribuita ancora oggi una maggiore responsabilità nel far funzionare e relazioni sociali. Fanno le faccende domestiche, allattano i figli, ascoltano i mariti e supportano emotivamente chi le sta intorno.

Anche coppie che si sentono emancipate spesso non riescono a evitare una distribuzione iniqua del lavoro di riproduzione. Se una donna* non corrisponde a quest’immagine esemplare precostituita, viene facilmente criticata. Sono soprattutto coloro che non vi rientrano ad essere maggiormente esposti alla violenza dell’ordine eteronormativo. Persone trans* fanno esperienza quotidiana di questa violenza e vengono patologizzate e discriminate, se non si assoggettano all’imposizione della norma binaria del genere. Persone i cui corpi alla nascita non corrispondono a tale binarità vengono resi conformi chirurgicamente. L’idealizzazione della donna* eterosessuale, che svolge il proprio dovere di riprodurre non può non implicare una propaganda antifemminista, transfobica, omofobica e interfobica.

Making feminism a threat to capitalism
Criticare la relazione di genere significa attaccare il patriarcato. Il capitalismo contemporaneo fa da base al patriarcato. Il lavoro non retribuito che le donne* praticano nella famiglia funge da carburante indispensabile alla società capitalista – senza di esso la società attuale non potrebbe affatto funzionare.

Le donne* riproducono nuove lavoratrici e nuovi lavoratori, svolgono mansioni di cura lungo il corso di tutta la vita e così facendo mantengono in vita il ciclo produzione-riproduzione. Nel momento in cui poi svolgono anche lavoro salariato per emanciparsi dal bread winner della famiglia, si apre un nuovo potenziale per il mantenimento della crescita economica, condizione essenziale per la riproduzione del sistema capitalista.

Anche le iniziatrici del Vertice delle Donne 20 (W20), che si terrà a Berlino dal 25 al 26 aprile 2017, seguono questa stessa logica del capitale.[1] Parità dei diritti, per loro, significa rendere utilizzabili le “risorse” e il potenziale femminili. Il gruppo di dialogo del W20 suggerisce infatti, in preparazione del vertice: “Diversità e pari opportunità di partecipare sono essenziali per una crescita stabile, sostenibile e capace di durare, di un’economia e una società stabili, mentre sistemi omogenei nascondono rischi e insicurezze. … La forza economica delle donne, perciò, è fondamentale per la crescita economica, per un’economia stabile e uno sviluppo sociale”.

La parità di diritti diviene quindi il requisito della società moderna capitalista, in cui nessun potenziale può rimanere inutilizzato. Le donne*, aiutando a correggere le inefficienze economiche, dovrebbero creare vantaggi sia per il sistema che per la Germania in quanto economia nazionale. Avviene qui un capovolgimento di due rivendicazioni del discorso femminista: la partecipazione al mercato del lavoro, e a posizioni manageriali, viene equiparata a quella degli uomini e giustificata con la necessità che le donne apportino al sistema le svariate competenze che esse hanno “per natura”. Il capitalismo coopta così anche la diversità: ad esempio quando si parla di cosiddette “soft skills”, partendo dal presupposto che le donne sono diverse per natura, e che tale diversità aiuti le imprese ad alzare il livello di produttività.

Uguaglianza di diritti, ma per chi?

Le donne* attive sul mercato del lavoro sono soggette a un doppio sfruttamento: quelle che cercano di combinare carriera e famiglia – cosa che viene oramai richiesta alla donna* contemporanea e super-emancipata – devono organizzare il lavoro di riproduzione in una nuova maniera rispetto al passato. Oggi attraverso un’app si accede a forza lavoro a basso cost. Sempre più spesso ad occuparsi dei figli è una “nanny” migrante, che nella maggior parte dei casi lavora senza avere copertura sociale e sanitaria. La casa viene pulita dalla donna* delle pulizie, che con il proprio stipendio mantiene la famiglia all’estero.

Oltre alla violenta stigmatizzazione della lavoratrice di cura nel paese di origine, e all’accusa di star trascurando i propro obblighi familiari, questa forma della migrazione ha come conseguenza il fatto che nella famiglia di origine si crea a sua volta un vuoto di cura. Poiché le donne* che sono attive nel settore della cura non sono più in grado, per via del basso salario, di pagare qualcun’altra, come farebbe la donna* privilegiata, questo vuoto viene riempito dai membri della famiglia rimasti a casa. I compiti della riproduzione e della produzione vengono così ridistribuiti su scala globale, senza che avvenga una ridistribuzione sostanziale tra i generi.

Anticamere in fiamme anziché femminismo d’élite

La parità di diritti che viene richiesta dal vertice W20 agli stati del G20, poggia dunque sullo sfruttamento di donne precarizzate, e diventa così una farsa. Finché non ci si impegnerà a pensare come la riproduzione della società possa avvenire al di fuori dello sfruttamento delle donne* e della famiglia piccolo-borghese, la parità di diritti così come proposta dal W20  potrà venire estesa solo alle donne* che se la possono permettere. Tutte le altre  devono invece sopportare in silenzio il doppio sfruttamento, o, nel caso ideale, organizzarsi collettivamente contro questo e altri soprusi. Per noi, femministe radicali, questa parità non è né una tappa, né il punto d’arrivo delle lotte femministe.

L’idea che la partecipazione al mercato del lavoro sia sufficiente per potersi emancipare completamente, si basa su una concezione idealizzata del lavoro salariato, ideologicamente e colpevolmente cieca allo sfruttamento capitalistico. L’integrazione delle donne* nei rapporti capitalistici non ha un potenziale genuinamente emancipatore. Anche stili di vita e forme di famiglia alternativi spesso si adattano bene al mercato di lavoro contemporaneo, che richiede flessibilità e creatività. Se ignoriamo ciò, le rivendicazioni femministe rimarranno sul livello del riconoscimento culturale, dove spesso vengono cooptate nel risignificamento della messa a valore capitalista e vengono perciò messe a profitto. Proprio per questo abbiamo bisogno di una critica radicale a tutti i rapporti di dominanza strutturale.

E quindi continuiamo a dire: l’unica emancipazione possibile è quella della società intera! Il nostro femminismo continua ad essere anticapitalista e antirazzista!

Partecipate numeros* nello spezzone radicale della manifestazione nel giorno di lotta della donna* 2017!

* Abbiamo aggiunto ai concetti di “donna” e “uomo” l’asterisco. Come il Gender Gap anche l’asterisco sta a evidenziare che esistono diversi concetti di identità maschile e femminile, e  che esistono persone che non si ritrovano in questa binarità. Allo stesso tempo, la binarità dei generi è una relazione sociale potente, e deve perciò essere nominata come tale. I concetti di “donna” e uomo” non indicano qualcosa di naturale, bensì sono posizioni all’interno di questa relazione.

[1] Il vertice Women20 verrà organizzato dalla “Confederazione delle imprenditrici tedesche” e dal “Consiglio tedesco delle donne” in vista del vertice G20. Il W20 ha lo scopo di portare al grande vertice anche la prospettiva della donna imprenditrice. Angela Merkel, nel suo ruolo di presidentessa del G20, raccoglierà le rivendicazioni elaborate dal W20 inun comunicato conclusivo e le porterà al G20.

Written by feministthreat